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Gesundheitsprojekt zur Speläoptherapie im Willinger Bergwerkstollen:

Bergwerkstollen
“Atme Dich gesund!“ Unter diesem Motto steht ein Gesundheitsprojekt, das der Gesundheitstreff Aktivital ins Leben gerufen hat. Der Modellversuch steht unter Leitung von Sportwissenschaftler Dieter Schütz. Der gebürtige Willinger bietet seit zwei Jahren im Rahmen des Wellness-Wochenendes eine spezielle Entspannungseinheit in einem Stollen des still gelegten Schieferbergwerkes „Grube Christine“ an...

 den der Gesundheitstreff Aktivital für diese Zwecke von der Gemeinde Willingen/Upland als Eigentümer angepachtet hat. „Immer wieder haben mich Gäste mit Allergien, Neurodermitis oder chronischen Atemwegserkrankungen angesprochen, dass es ihnen nach dem Aufenthalt über etwa eine Stunde unter Tage deutlich besser geht“, erzählt Schütz. Aus diesem Grund gibt es das Gesundheitsprojekt geben, in dem die Speläotherapie betroffenen Personen über einen längeren Zeitraum angeboten wird.

Die Liegetherapie im Stollen erstreckt sich über jeweils zwei Stunden und wird an mehreren Tagen in der Woche kostenlos angeboten. Alles, was die Teilnehmer des Projektes benötigen, ist eine Bestätigung durch den behandelnden Arzt, dass sie für das Gesundheitsprojekt geeignet sind, sowie einen warmen Schlafsack oder eine Kuscheldecke. Ruhe-Liegen stehen im Aktivital-Stollen zur Verfügung. Neben dem subjektiven Empfinden der Teilnehmer selbst und einer Fragebogenaktion soll ein Lungenfunktionstest einen objektiven Aufschluss über die mögliche Verbesserung der Lungenfunktion geben.
 
Patienten, die unter chronischen Atemerkrankungen leiden, erfahren ihre Krankheit als massive Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität. Ständige Hustenattacken, Atemnot und infolge dessen oft schlaflose Nächte nehmen den Betroffenen viel Lebensqualität. Damit einhergehend ist oft eine stetige Höherdosierung der Medikamente verbunden. Eine wissenschaftliche Studie der Universität Ulm belegt eindeutig die nachhaltige Wirksamkeit der Speläotherapie. Viele Patienten erfahren wegen der idealen klimatischen Bedingungen im Höhlentherapieraum (in Willingen herrscht eine konstante Temperatur von acht Grad Celsius und eine hohe Luftfeuchtigkeit von über 90 Prozent) eine erhebliche Linderung der Atemwegsbeschwerden und eine allgemeine Verbesserung der Befindlichkeit. Stollen mit vergleichbaren Bedingungen wie der in Willingen weisen Heilanzeichen aus für die chronische Bronchitis, die sich mittlerweile zu einer Volkskrankheit ausgeweitet hat, Asthma bronchiale, Heuschnupfen, Pseudo-Krupp, anhaltenden Husten nach nicht mehr ansteckendem Keuchhusten bei Kindern, chronische Entzündungen der Nasennebenhöhlen, Neurodermitis, Schlafstörungen, Infektanfälligkeit, die Stärkung der Abwehrkräfte, zur Stressbewältigung und Entspannung bis hin zur Raucherentwöhnung. Die Stollentherapie ist nicht geeignet bei akuten Stadien von Infektionskrankheiten, infektiösen Atemwegserkrankungen, Anfallsleiden, manifester Angina pectoris, ausgeprägter Herzleistungsschwäche und Angstzuständen wie insbesondere Platzangst. Die endgültige Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
 
Durch die Meter dicken Schieferwände im Bergwerkstollen werden zudem schädliche Umwelteinflüsse wie Elektrosmog und Handystrahlen abgehalten. Neben dem Gesundheitsprojekt ist geplant, die Luftqualität unter Berücksichtigung der lufthygienischen Eigenschaften wie Feinstaub, Grobstaub, Stickstoffdioxid sowie Temperatur und Luftfeuchte vom Fachbereich Medizin-Meterologie des Deutschen Wetterdienstes in Freiburg analysieren zu lassen. Bioklimatische und lufthygienische Messreihen verschiedener Heilstollen haben zu dem Resultat geführt, dass die Luftreinheit unter Tage deutlich besser ist als am Meer oder im Hochgebirge – beides anerkannte Klimazonen für eine bewährte Therapieform.
 
Dem deutschen Speläotherapie-Verband, der 1990 gegründet wurde und seinen Sitz in Aalen hat, gehören derzeit 12 Kurorte an, die es sich gemeinsam auf die Fahnen geschrieben haben, diese natürliche Therapieform als Alternativmedizin weiter bekannt zu machen. „Für uns als Gesundheitstreff mit vielfältigem Angebot und unsere Heimatgemeinde Willingen ist es natürlich erstrebenswert, Aufnahme in einen solchen anerkannten Verband zu finden“ wünscht sich Aktivital-Geschäftsführer Dieter Schütz. Bis dahin ist es aber noch ein weites Stück des Weges – hinein in den Willinger Bergwerkstollen und nach dem Therapie-Aufenthalt wieder heraus.
 
Weitere Infos und Anmeldungen zum Willinger Gesundheitsprojekt „Atme Dich gesund!“ über das Sekretariat vom Gesundheitstreff Aktivital. Ingar Jarkow, Tel.: 0 56 32/96 94 82; Fax: 0 56 32/96 94 83, E-Mail: info@aktivital-willingen.de
 
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